Herbonauten gesucht: Herbaretiketten im Botanischen Garten Berlin mit Bürgerunterstützung entziffern

Schnupper-Workshop am 7.12.2017, 16-18 Uhr / Pressemitteilung vom 9.11.2017
Donnerstag, 9. November 2017

Bürgerinnen und Bürger können im Projekt „Die Herbonauten“ des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin mit ihren Kenntnissen helfen und wissenschaftlich mitarbeiten. Gesucht werden Freiwillige, die beispielsweise Handschriften aus dem 19. Jahrhundert oder kyrillische Schrift entziffern können. Oder sich für Geographie interessieren und selbst obskurste Orte auf einer Karte identifizieren können. Die Bürgerwissenschaftler bearbeiten dabei über die Internetplattform www.herbonauten.de einen Teil des rund 3,8 Millionen Herbarbelege umfassenden Berliner Herbariums, die größte wissenschaftliche Sammlung der Einrichtung. Auf den Etiketten befindliche wertvolle Informationen werden entziffert und in eine der Allgemeinheit zugängliche Datenbank überführt. Im Rahmen des Projekts „Die Herbonauten“ wird eine Software vom Pariser Naturkundemuseum eingesetzt. Das Projekt wird vom Verein der Freunde des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin gefördert und läuft seit März 2016.

Fotos www.bgbm.org/de/presse/pressefotos#Herbonauten

SAVE THE DATE
Am Donnerstag, 7. Dezember 2017, 16-18 Uhr, findet ein Schnupper-Herbonauten-Treffen für Interessierte statt (Botanisches Museum Berlin, Konferenzraum, Königin-Luise-Str. 6-8, 14195 Berlin). Die praktische Bearbeitung und Eingabe der Etikettdaten in das Web-Portal www.herbonauten.de wird vorgestellt. Der Workshop ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Besuch des Workshops ist KEINE Voraussetzung, um beim Projekt „Die Herbonauten“ mitzuarbeiten. Start ist jederzeit möglich.

Die Freiwilligen lesen aus den Etiketten der Herbar-Belege das Herkunftsland sowie verschiedene andere Informationen heraus und geben diese über das Web-Portal www.herbonauten.de in eine Datenbank ein. Das geht ganz bequem von zuhause am Computer, zu jeder Uhrzeit und jedem Wochentag. Die Bürgerinnen und Bürger arbeiten über das Web-Portal mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ebenso wie mit weiteren Bürgerwissenschaftlerinnen oder Bürgerwissenschaftlern zusammen und tauschen sich aus. Das kann sogar ganz anonym erfolgen.

Das Berliner Herbarium ist eines der größten weltweit. 3,8 Millionen Pflanzen werden für die Nachwelt konserviert und in aktueller Forschung verwendet. Die ältesten Belege sind aus dem Jahre 1700. Belege der Expeditionen von Humboldt, Chamisso oder den Cookschen Weltumsegelungen zählen mit zu den berühmtesten. Im Digitalisierungszeitalter sollten die wertvollen Informationen auf den Herbar-Etiketten für alle barrierefrei zur Verfügung stehen. Genau hier setzt das Projekt „Die Herbonauten“ an.

Der Erfolg der Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern zeigt sich bereits in der Testphase des Projekts „Die Herbonauten“: über 4000 Etiketten von Herbar-Belegen wurden so schon abschließend bearbeitet. Die Freiwilligen können sich die Herbarbelege in verschiedenen Missionen vorknöpfen und damit den Berliner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern direkt bei der Forschungsarbeit helfen.

  

Projektseite:
https://www.herbonauten.de/
 
Pressebilder:
www.bgbm.org/de/presse/pressefotos#Herbonauten  

Kontakt:
Agnes Kirchhoff, Projekt „Die Herbonauten“
Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin
Freie Universität Berlin
E-Mail: a.kirchhoff@bgbm.org,  T.+49(0)30 83850167

Gesche Hohlstein, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin,
Freie Universität Berlin, Königin-Luise-Str. 6–8, 14195 Berlin
Tel. 030 / 838-50134, E-Mail: g.hohlstein@bgbm.org

Der Botanische Garten und das Botanische Museum Berlin ist einer der drei bedeutendsten Botanischen Gärten weltweit und der größte in Deutschland. Das Gartendenkmal mit einer Vielfalt von 20.000 Pflanzenarten auf dem 43 Hektar großen Gelände zeigt die „Welt in einem Garten“. Als Knotenpunkt der internationalen Biodiversitätsforschung und Wissenschaftseinrichtung mit über 300-jähriger Tradition beschäftigt er über 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Forschung und Lehre. Mehr als 400.000 Besucher pro Jahr belegen die Bedeutung des Botanischen Gartens als wichtigen Erholungs- und Bildungsort der Hauptstadt. Mit dem Botanischen Museum verfügt er über Deutschlands einzige museale Einrichtung, die sich der Vielfalt der Pflanzenwelt, ihrer Bedeutung und der Darstellung ihrer Kultur- und Naturgeschichte widmet. Seit 1995 gehört die Einrichtung zur Freien Universität Berlin.

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